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Virtualisierung unter Linux

Virtual Machine Manager Logo

Vor einigen Jahren war Virtualisierung noch ein Hype. Mittlerweile setzt sich Virtualisierung im Alltag durch. Als Opensource-Anhänger bevorzuge ich natürlich auch bei der Virtualisierung von Computern Opensource-Lösungen. Unter Linux gibt es unter anderem Kernel-based Virtual Machine (KVM) / Qemu und Virtualbox. Zusammen mit dem Verwaltungsungswerkzeug Libvirt ist die Virtualisierung unter Linux aus meiner Sicht auf einem guten Stand. Wer vor einigen Jahren Qemu ausprobiert hat und mit der Performance unzufrieden war, sollte sich heutzutage unbedingt KVM und Virtualbox ansehen. Diese Software wurde in den letzten Jahre weiterentwickelt und hat außerdem Hardware-Unterstützung bekommen. Durch die Hardware-Unterstützung hat sich die Performance der virtuellen Maschinen deutlich verbessert. Bei aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren kann die Virtualisierung im BIOS ein- und ausgeschaltet werden (BIOS bedeutet Basic Input Output System). Unter Linux kann diese Prozessor-Funktion mit dem folgenden Befehl abgefragt werden.

# check if Intel or AMD processor support hardware virtualization
egrep "(vmx|svm)" /proc/cpuinfo

Erscheint nach Eingabe dieses Befehls keine Ausgabe, dann ist die Hardware-Unterstützung zur Virtualisierung nicht eingeschaltet. Im Augenblick (2014) befindet sich die Unterstützung von KVM für ARM-Prozessoren noch in der Entwicklung.

Die Virtualisierung von Linux und Freebsd geht problemlos mit KVM. Etwas komplizierter ist es mit Windows 7 von Microsoft und Mac OS X von Apple. In zwei Artikeln schreibe ich über Virtualisierung von Windows 7 in KVM unter Linux und Mac OS X in Virtualbox unter Linux.

Wozu Virtualisierung ?

Für Virtualisierung gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Ein Grund für mich als Webseitenbetreiber ist der Test meiner Webseite für verschiedene Webbrowser (Cross-Browser-Test). Ich möchte schließlich, dass meine Webseite ordentlich dargestellt wird - auch für Randgruppen wie Benutzer des Internet-Explorers oder Apples Safari. Zwar gibt es im Internet Webdienste, die das Aussehen einer Webseite für andere Browser darstellen - zum Beispiel netrenderer.com. Schwierig wird es jedoch bei Webapps, die dynamische Elemente mit Javascript oder Audio benutzen (zum Beispiel meine sprechende Uhr). Solche Web-Anwendungen können nur mit "lebenden" Browsern getestet werden.

Ein weiterer Anwendungsfall für Virtualisierung ist das Entwickeln oder Kompilieren von Software für andere Betriebssysteme.

Ein dritter wichtiger Punkt ist, dass manche Software so einzigartig ist, dass es leider noch keine Opensource-Variante für Linux gibt. Häufig wurde Software nur für Windows entwickelt und ist nicht unter Linux lauffähig. In solchen Fällen hilft eine virtuelle Maschine mit Windows.