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Notizen zur Falkenberger Straße 35 / 37

07.10.2017

Auf dieser Seite habe ich einige Notizen zu den Wohnungen in der Falkenberger Straße 35 bzw. 37 aufgeschrieben. Das betrifft zwar nur 100 Wohnungen in dem Gebäudekomplex, aber eventuell wurden auch andere Wohnungen in diesem Stil der 1990er Jahre gebaut und könnten für andere Menschen interessant sein.

Das Gebäude in der Falkenberger Straße 35 / 37 wurde etwa 1995 gebaut. Nach meinem Einzug versuchte ich an Unterlagen zu Bauplänen oder zur Einbauküche zu kommen - allerdings erfolglos. Deshalb mußte ich mir die Informationen mühsam selbst erarbeiten und zusammensuchen.

Küche

Nach einigen Überlegungen, ob ich die 20 Jahre alte Einbauküche erneuern sollte, habe ich mich dafür entschieden nur die technischen Geräte auf den aktuellen Stand zu bringen und die Möbel drin zu lassen.

Der Kühlschrank

Einbaukühlschrank mit Schlepptür verbunden

Einbaukühlschrank mit Schlepptür verbunden

Um einen Kühlschrank zu identifizieren ist die innen eingeklebte E-Nummer wichtig. Der eingebaute alte Kühlschrank war ein Siemens KI22V71/01. Er verbrauchte im Jahr etwa 770 Kilowattstunden (kWh). Das ist deutlich zuviel Energieverschwendung. Bei der Suche nach einem neuen Kühlschrank habe ich folgende Dinge beachtet:

  1. er muss in die Nischenmaße des Einbauschranks passen und für die Schlepptürtechnik geeignet sein
  2. er sollte eine gute Energieeffizienz haben

Nach kurzer Suche habe ich mich für den Siemens KI24DA30 als Ersatz für den alten Kühlschrank Siemens KI22V71 entschieden. Der neue Kühlschrank verbraucht im Jahr nur 180 kWh. Die Verbrauchsangaben habe ich mit meinem Energiekostenmessgerät nachgemessen - die stimmen. 770 kWh - 180 kWh = 590 kWh, die im Jahr gespart werden können. Bei 30 Cent pro Kilowattstunde sind das 177 Euro im Jahr. Den Kühlschrank habe ich online bei Elektrogeraete-neumann24 für 440 Euro inklusive Lieferung gekauft. Das bedeutet, dass sich der Kauf des neuen Kühlschranks nach 3 Jahren über die geringeren Stromkosten amortisiert hat. Der Einbau des Kühlschranks war vergleichsweise einfach, so dass ich den Kühlschrank ohne Hilfe in Betrieb nehmen konnte. Leider wurden die benötigten Werkzeuge von Siemens nicht dazugeliefert. Es war noch ein T20 Schraubendreher für Torx Schrauben und ein 2 mm dicker Holzbohrer aus dem Baumarkt notwendig, um die Schrauben in die Schlepptür reinzudrehen.

Den Kühlschrank habe ich 2017 gekauft und in Zukunft wird es höchstwahrscheinlich so sein, dass andere Kühlschrankmodelle auf den Markt kommen. Wichtig bei der Suche nach einem neuen Kühlschrank sind wie oben beschrieben die Schlepptürtechnik und die richtigen Maße des Kühlschranks, in meinem Fall:

  • Nischenmaße (H x B x T): 122,5 cm x 56,0 cm x 55,0 cm
  • Gerätemaße (H x B x T): 122,1 cm x 54,1 cm x 54,2 cm

Ein kleines Problem hatte ich bei meiner Einbauküche mit dem Stecker des Kühlschranks. Die Steckdose befindet sich über dem Kühlschrank hinter dem Abzugsrohr des Herdes und einem Brett zum Verstecken des Abzugsrohrs. Dieses Brett ist vermutlich mit Montagekleber an die Decke geklebt.

Brett zur Verkleidung des Abzugsrohrs

Brett zur Verkleidung des Abzugsrohrs

Da das Entfernen des Bretts und neu ankleben zu viel Aufwand war, habe ich das seitliche Brett zur Seite geschoben. Anschließend konnte ich mit einem langen Stab den Stecker des alten Kühlschranks herausziehen und habe ein Verlängerungskabel zum Einbauschrank des Kühlschranks geschoben.

Seitenbrett zur Verkleidung des Abzugsrohrs

Seitenbrett zur Verkleidung des Abzugsrohrs

Das Verlängerungskabel habe ich auf der linken Seite der Einbauwand hinter den Geschirrschränken heruntergelassen und in die seitliche Steckdose gesteckt. Dadurch ist ein zukünftiger Wechsel des Kühlschranks deutlich einfacher.

Kühlschrank an seitlicher Steckdose angeschlossen

Kühlschrank an seitlicher Steckdose angeschlossen

Die Waschmaschine

Die Waschmaschine kann in einigen Wohnungen nur in der Küche an die Wasserleitungen angeschlossen werden. Da in der Küche durchgehend Arbeitsplatten über den Möbeln verbaut wurden, wird eine unterbaufähige Waschmaschine benötigt. Bei dieser Art von Waschmaschine kann die Arbeitsplatte von der Waschmaschine abgenommen werden und passt unter die Möbel. Viele Modelle zum Beispiel von Siemens oder Bosch beginnen bei unterbaufähigen Waschmaschinen erst ab 7 Kilogramm Wäsche. Das ist für einen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt aus meiner Sicht überdimensioniert und verbraucht nur unnötig Wasser. Vermutlich stellen Bosch, Siemens und co. nur noch solche Monster-Waschmaschinen her, damit sie ein gutes Energielabel bekommen (z.B. A+++). Wenn die Waschmaschine bei 7 kg aber nur halb gefüllt ist, ist das alles andere als Energieeffizienz. Im Segment der Waschmaschinen um 6 Kilogramm spielt fast ausschließlich Bauknecht eine Rolle. Nach dem Lesen einiger Rezensionen auf Amazon habe ich mich gegen Bauknecht entschieden und bin bei Beko gelandet. Beko liefert noch unterbaufähige Modelle für 5 Kilogramm Wäsche, was für kleine Haushalte völlig ausreicht. "Beko WML 51431 E" oder "Beko WML 51231 E" wurden bei Amazon ganz gut bewertet. Deshalb habe ich mich für eine Waschmaschine von Beko entschieden. Wenn Beko die unterbaufähigen Modelle für 5 Kilogramm einstellt, dann muss man vermutlich auf 7 kg umsteigen.

Der Herd

Der eingebaute alte Herd war ein Siemens EK10050/01 mit 6500 Watt Anschlusswert.

Kochfeld ist am Herd angeschlossen

Kochfeld ist am Herd angeschlossen

An den Seiten des Herds mußten zwei Schrauben gelöst werden. Dann konnte der Herd hervorgezogen werden. Das Kochfeld war am Herd angeschlossen. Der Herd selbst war nur an einer Phase angeschlossen (braunes Kabel / L). Außerdem sind noch der Neutralleiter (blaues Kabel / N) und der Schutzleiter (grün-gelbes Kabel / PE) angeschraubt.

Anschluss am Herd

Anschluss am Herd

An der Herdanschlussdose wurde ebenfalls nur eine Phase verbunden (das braune Kabel).

Herdanschlussdose

Herdanschlussdose

Diese Phase führt zum Sicherungskasten und hängt an einer Sicherung für maximal 25 Ampere (25 A).

Sicherungskasten, Sicherung für Herd

Sicherungskasten, Sicherung für Herd

Viele moderne Kochfelder haben eine Anschlusswert von 7500 Watt. Dazu wäre eine Sicherung für 32 Ampere (32 A) notwendig. Eventuell kann man so ein Kochfeld auch an der 25 A Sicherung anschließen. Dann sollten aber nicht alle vier Kochfelder gleichzeitig auf maximaler Leistung betrieben werden, da sonst die Sicherung rausspringen könnte. Dazu kommt dann noch der Backofen, der normalerweise eine zusätzliche Sicherung mit 16 Ampere benötigt. Der Backofen könnte an die 16 A Sicherung der Küche angeschlossen werden. Dazu müßte dann ein zusätzliches Kabel verlegt werden (zum Beispiel ein zusätzliches Loch in die Arbeitsplatte bohren). Wer sich nicht sicher ist, sollte einen Elektriker beauftragen.

Ein Induktionskochfeld kann bis zu 20% Energie sparen im Vergleich zu einem normalen Cerankochfeld mit Wärmeplatten (laut Stiftung Warentest 2015/02). Allerdings sind für Induktion spezielle Töpfe und Pfannen erforderlich (das läßt sich mit einem Magneten testen).

Bad

Im Bad war die Betätigungsplatte des eingebauten Spülkastens schon etwas vergilbt. Deshalb habe ich mir eine neue Betätigungsplatte gegönnt. In den 90ern waren die Betätigungsplatten von Geberit etwas breiter. Durch das größere Loch in der Wand kann keine neue schmalere Platte verbaut werden. Die alte Betätigungsplatte war eine "Geberit 200 F" in weiß mit Artikelnummer 115.222.11.1. Ich habe mich dann für die etwas edlere Variante aus Edelstahl entschieden: Betätigungsplatte Geberit Highline 115.151.00.1. Die gab es für 80 Euro relativ günstig bei Ebay.

Lüftung

In der Küche und im Bad befindet sich eine Lüftung. Im Bad ist ein "Wandluftfortautomat" von Strulik verbaut. Das ist ein älteres Modell, das nicht mehr vertrieben wird. Die neuen Modelle von Strulik sind größer und passen deshalb leider nicht in die Ecke des Bades. Eventuell könnte hier in Zukunft 3D-Druck weiterhelfen. Alternativ müßte man aus der Wand ein Stück Beton wegnehmen, um einen neuen Wandluftfortautomaten einzubauen.

Sollte der alte Wandluftfortautomat vergilbt sein, so kann er mit weißem Lack wieder "modernisiert" werden.

Das Prinzip der Lüftung ist relativ einfach. Auf dem Dach des Gebäudes befinden sich Ventilatoren, die die Luft aus Rohren saugen, die mit den Wohnungen verbunden sind. Diese Rohre sind zu den Wohnungen mit einer Klappe geschlossen. Diese Klappe wird beim Einschalten des Badlichts durch den "Wandluftfortautomat" gedreht, wodurch die Luft im Bad abgesaugt wird. Ähnlich ist es in der Küche mit der Dunstabzugshaube und dem Abzugsrohr. Leider verbreitet sich auch der Schall über die Metallrohre, so dass man gelegentlich die Nachbarn unter oder über einem im Bad hört.

Leitungen

Sowohl die Wasserleitungen als auch die Elektroleitungen wurden nicht sehr professionell in der Wand verlegt. Durch die großen Öffnungen kann auch Luft ziehen.

Wasserleitungen zum Schacht, nicht abgedichtet

Wasserleitungen zum Schacht, nicht abgedichtet

Da die Leitungen in einem Schacht verlegt sind, der auch mit den Nachbarwohnungen verbunden ist, ziehen gelegentlich Gerüche der Nachbarwohnungen herein. Wie stark dieser Luftstrom ist, hängt davon ab, ob die Nachbarn das Fenster öffnen und wie stark der Wind von außen ins Zimmer drückt.

Zunächst habe ich versucht die Öffnung mit Bauschaum abzudichten. Leider ist Bauschaum nicht luftdicht. Deshalb habe ich noch eine Schicht aus Modell-Gips auf den Bauschaum gelegt. Damit war dann die Öffnung relativ dicht.

Elektroleitungen vom Sicherungskasten, nicht abgedichtet

Elektroleitungen vom Sicherungskasten, nicht abgedichtet

Die Elektroleitungen, die vom Sicherungskasten bei der Verteilung auch in den Schacht führen, mußten ebenfalls mit Modellgips abgedichtet werden.

Wände

Die Decken und viele Wände in den Wohnungen sind aus Beton. Um ein Bild aufzuhängen oder Lampen anzuschrauben wird eine Schlagbohrmaschine benötigt. Kleiner Tipp: Erst mit einem kleinen Bohrer vorbohren (z.B. 4 mm Durchmesser) und dann mit einem größeren Bohrer nachbohren.